VfU Mediathek

Finance & Sustainability

Was ist die Mediathek?

Die Mediathek stellt ausgewählte Materialien (z.B. Artikel, Berichte, Gesetze, Regularien, Studien, Veranstaltungsdokumentationen, Webinare etc.) zum Thema Nachhaltigkeit & Finanzwesen aus verschiedenen Quellen zentral an einem Ort zur Verfügung – aktuell und praxisrelevant. Sie sind über Freitextfeld oder erweiterte Suche leicht auffindbar. Registrierte Nutzer können die Einträge kommentieren, bewerten und diskutieren.

Daneben werden in sogenannten Themendossiers Spezial- oder besonders relevante Themen knapp und verständlich vorgestellt, eingeordnet und mit weiterführenden Literaturhinweisen versehen. Nutzerinnen und Nutzern wird dadurch der Einstieg in die betreffende Thematik erleichtert.

Die Mediathek ist in der Grundleistung frei nutzbar, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Finanzinstituten, die Mitglied des VfU sind, können zusätzliche Informationen des VfU und seiner Partner nutzen.

Mit der VfU Mediathek machen wir Wissen, Informationen und Medien zum Thema Nachhaltigkeit & Finanzwesen, bzw. Sustainable Finance auf einer zentralen Plattform strukturiert auffindbar.
Julia Taeschner

Vorstandsvorsitzende

Themen A-Z

Biodiversität

Biodiversität oder biologische Vielfalt ist in den biologischen Wissenschaften ein Bewertungsmaßstab für die Fülle unterschiedlichen Lebens in einem bestimmten Landschaftsraum oder in einem geographisch begrenzten Gebiet.

EU Aktionsplan

Der von der EU-Kommission 2018 vorgelegte Aktionsplan zur »Finanzierung nachhaltigen Wachstums« bildet die Grundlage für eine Reihe von europäischen Regulierungsvorhaben. Mit zehn Maßnahmenpaketen sollen Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen umgelenkt, finanzielle Risiken, die sich aufgrund von Nachhaltigkeitsund Klimarisiken ergeben, bewältigt und Transparenz sowie Langfristigkeit im Finanzwesen gefördert werden.

Klima- und Nachhaltigkeitsbezogene Berichterstattung

Für Finanzinstitute ergibt sich im Rahmen des EU Aktionsplan und anderer Regulierungen eine neue Berichtsanforderungen. Die Anforderungen umfassen einerseits nichtfinanzielle Angaben zum Management von nichtfinanziellen Risiken im Unternehmen, als auch Angaben zu den entsprechenden Risiken und Chancen, die sich in ihren Portfolios, Transaktionen und Kundenbeziehungen befinden.

Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken

Meist werden unter klimabezogenen und Umweltrisiken die zwei Hauptrisikotreiber physische Risiken und Transitionsrisiken verstanden.

Menschenrechte

Als Menschenrechte werden moralisch begründete, individuelle Freiheits- und Autonomierechte bezeichnet, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins gleichermaßen zustehen.

Nachhaltigkeits-bezogene Offenlegung

Verpflichtung von Finanzmarktteilnehmer zur Offenlegung von bestimmten nachhaltigkeitsbezogenen Informationen auf Unternehmens- und Produktebene.

Post Covid 19

COVID-19 (Abk. für englisch coronavirus disease 2019, deutsch Coronavirus-Krankheit-2019 umgangssprachlich auch Corona genannt) ist eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Virusinfektion, die verantwortlich für die globale Pandemie ab 2020 ist.

Biodiversität

Biodiversität oder biologische Vielfalt ist in den biologischen Wissenschaften ein Bewertungsmaßstab für die Fülle unterschiedlichen Lebens in einem bestimmten Landschaftsraum oder in einem geographisch begrenzten Gebiet.

Carbon Footprint

Der CO2-Fußabdruck bezeichnet die Menge an Treibhausgasen, ausgedrückt in CO2-Äquivalenten (CO2e), die durch die geschäftlichen Aktivitäten eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum, meistens einem Jahr, emittiert werden. Die Ermittlung folgt dabei internationalen Standards wie dem GHG-Protocol (Scope 1 bis 3).

Covid 19 / Post Covid 19

COVID-19 (Abk. für englisch coronavirus disease 2019, deutsch Coronavirus-Krankheit-2019 umgangssprachlich auch Corona genannt) ist eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Virusinfektion, die verantwortlich für die globale Pandemie ab 2020 ist.

Corporate Social Responsibility (CSR)

Hierunter werden im Wesentlichen folgende Aspekte verstanden:

  • Umwelt
  • Arbeitnehmer
  • Soziales
  • Achtung der Menschenrechte sowie
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

Ergänzungsgesetz zum HGB, welches den Lagebericht um eine „Nichtfinanzielle Berichterstattung“ ergänzt, welche über die unternehmerischen Maßnahmen im Bereich Corporate Social Responsibility berichtet. http://dipbt.bundestag.de/dip21/brd/2017/0201-17.pdf

CO2- oder Emissionsminderungszertifikate (vgl. auch VER)

Geprüfte und entsprechend anerkannte Klimaschutzprojekte können für jede von ihnen nachweislich eingesparte Tonne CO2 ein Emissionsminderungszertifikat ausgeben. Je nach Größe und eingesetzter Technologie variiert die Menge der jeweils generierten Emissionsminderungsnachweise von Projekt zu Projekt. CO2-Zertifikate können von Unternehmen, Organisationen oder Privatpersonen im sogenannten freiwilligen Markt erworben und für die Kompensation eigener CO2-Emissionen genutzt werden. Dazu wird das jeweilige Zertifikat in öffentlichen Registern stillgelegt. Damit ist sichergestellt, dass jede Tonne an CO2-Einsparungen nur genau einmal für die Kompensation genutzt werden kann.

CO2-Kompensation

Da der Klimawandel ein globales Phänomen ist, können Treibhausgas-Emissionen, die an einem Ort entstehen, durch die Vermeidung oder Verminderung von Emissionen an einem anderen Ort der Erde ausgeglichen werden.

CO2-Schattenpreis

Mit einem CO2-Schattenpreise setzen Unternehmen intern einen einheitlichen CO2-Preis oder eine Preisspanne als zusätzlichen Kostenfaktor bei der Bewertung ihrer Investitionen und für sie entstehender Risiken fest. Dies kommt einer Internalisierung von externen (Klima-)Kosten gleich (s. u.: Internalisierung externer Effekte). Die Reduktion von Emissionen, Energieeinsparung und -effizienz können so gezielt gefördert und zukünftige Emissionen vermieden werden.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der DNK ist ein Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Bei großen Unternehmen ist das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und die Nichtfinanzielle Berichterstattung seit 2017 verpflichtend. Der DNK bietet sowohl für große Unternehmen als auch für KMU einen Leitfaden zum Reporting ihrer CSR-Maßnahmen.
http://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de

»Do no significant harm«-Regel

Die »Do no significant harm«-Regel besagt, dass wesentliche Beiträge zur Erreichung eines bestimmten Ziels nur dann geleistet werden dürfen, wenn sie anderen keinen erheblichen Schaden zufügen. Es soll damit gewährleistet werden, dass bestimmte soziale oder ökologische Ziele nur verfolgt werden dürfen, wenn sie anderen Nachhaltigkeitszielen nicht signifikant zuwiderlaufen.

Doppelte Wesentlichkeit

Unternehmen müssen in ihrer Berichterstattung bereits »wesentliche« Informationen darüber offenlegen, wie sich gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen negativ auf den Unternehmenserfolg (finanzielle Wesentlichkeit) auswirken können (»Outside-in-Perspektive«). Die doppelte Wesentlichkeit erweitert diese Berichterstattungspflicht um jene Risiken und Wirkungen, die von Unternehmen verursacht werden und sowohl
gesellschaftliche Wohlfahrt als auch biosphärische Zukunftsfähigkeit beeinträchtigen können (Nachhaltigkeitswesentlichkeit, »Inside-out-Perspektive«). Ebenfalls etabliert ist der synonym verwendete Begriff »Doppelte Materialität«.

EU Aktionsplan

Der von der EU-Kommission 2018 vorgelegte Aktionsplan zur »Finanzierung nachhaltigen Wachstums« bildet die Grundlage für eine Reihe von europäischen Regulierungsvorhaben. Mit zehn Maßnahmenpaketen sollen Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen umgelenkt, finanzielle Risiken, die sich aufgrund von Nachhaltigkeitsund Klimarisiken ergeben, bewältigt und Transparenz sowie Langfristigkeit im Finanzwesen gefördert werden.

EU Green Deal

Mit dem Ende 2019 vorgestellten EU Green Deal soll Europa bis zum Jahr 2050 als erster Kontinent klimaneutral werden. Hierfür ist ein nachhaltiger ökologischer Wandel in den Bereichen Energie, Verkehr, Handel, Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft notwendig. Er erfordert ein Investitionsvolumen in Billionenhöhe.

EU Renewed Sustainable Finance Strategy

Strategie für Nachhaltige Finanzierungen der EU Kommission die im Rahmen des Europäischen Green Deals erneuert wurde. Ziel ist die Bereitsstellung von politischen Instrumente, um sicherzustellen, dass das Finanzsystem den Übergang von Unternehmen zur Nachhaltigkeit in einem Kontext der Erholung von den Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs tatsächlich unterstützt. Die erneuerte Strategie wird zu den Zielen des europäischen Green-Deal-Investitionsplans beitragen, insbesondere zur Schaffung von Rahmenbedingungen für private Investoren und den öffentlichen Sektor, die nachhaltige Investitionen erleichtern. Sie wird auf früheren Initiativen und Berichten aufbauen, wie dem Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums und den Berichten der Technischen Expertengruppe für nachhaltige Finanzen (TEG).

EU Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR)

 

EU Taxonomie

Aktionsplan der EU Kommission zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum. Im Rahmen des EU Aktionsplans ist sie ein zentrales Element, auf der andere legislative und nicht-legislative Maßnahmen in den nächsten Jahren aufbauen werden. Eine einheitliche Klassifizierung soll Transparenz über den Nachhaltigkeitsgrad von Unternehmen und Finanzprodukten schaffen und der Markt-Fragmentierung durch Best-Practice-Standards und dem sogenannten Green-Washing entgegenwirken. In Summe dient dies dem Ziel des Aktionsplans zur Umleitung von Kapitalströmen in nachhaltige ökonomische Aktivitäten.

Freiwilliger Markt

Im sogenannten freiwilligen Markt werden Zertifikate gehandelt, die die Reduktion einer Tonne CO2 durch ein Emissionsminderungsprojekt verbriefen. Diese Projekte tragen zur Reduktion der globalen Treibhausgase bei. Sie werden in erster Linie von Unternehmen, Organisationen oder Privatpersonen, welche nicht offiziell verpflichtet sind, ihren CO2-Verbrauch ganz oder teilweise zu kompensieren, durch Stilllegung zur Kompensation von nicht vermeidbaren Emissionen an anderer Stelle genutzt.

GHG Protocol

Das GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol) ist ein Standard zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen (Carbon Accounting) und zum dazugehörigen Berichtswesen für Unternehmen. Es findet auch zunehmend im öffentlichen Bereich Anwendung. Die Entwicklung des
GHG Protocol wird vom World Resources Institute (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) koordiniert. Beteiligt sind Regierungen, Industrieverbände, NGOs, Unternehmen und andere Organisationen.
https://ghgprotocol.org

Global Reporting Initiative (GRI)

Die Global Reporting Initiative veröffentlicht Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Die internationale Initiative setzt Nachhaltigkeitsstandards für die Berichterstattung, die vor allem von global agierenden Großunternehmen genutzt werden.

Gold Standard (GS)

Der Gold Standard ist ein international anerkannter Qualitätsstandard für Klimaschutzprojekte zur freiwilligen CO2-Kompensation. Der Gold Standard ist der qualitativ höchste Projektstandard und wurde vom WWF mitentwickelt. Berechtigt zur Zertifizierung durch den „Gold Standard“ sind nur Projekte, die nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen führen und gleichzeitig gut für die lokale Umwelt und soziale Belange der Bevölkerung sind. Ein alternativer renommierter internationaler Qualitätsstandard zur Zertifizierung von CO2-Emissionsminderungen ist der Verified Carbon Standard (VCS).
https://www.goldstandard.org, https://verra.org/project/vcs-program/

Greenwashing

Greenwashing bezeichnet den Versuch von Unternehmen, sich durch Marketing- und PR-Maßnahmen in der Öffentlichkeit ein »grünes« und verantwortungsbewusstes Image zu geben, ohne dass es dafür allerdings eine hinreichende Grundlage gibt. Analog zum Greenwashing kursieren die Begriffe SDG- und Impact-Washing.

Impact Investing

Impact Investments sind Investitionen, die neben dem Erwirtschaften einer finanziellen Rendite positive soziale und/oder ökologische Wirkungen erzielen und sie nachweisbar messen. Ziel von Impact Investments ist es, eine zusätzliche positive Veränderung hinsichtlich der internationalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Internalisierung externer Effekte

Eine Internalisierung externer Effekte (Externalitäten) ist gegeben, wenn bisher von der Allgemeinheit getragene soziale und/oder ökologische Kosten zum Bestandteil der einzelwirtschaftlichen Kostenrechnung gemacht werden. Ziel ist es, die durch Umweltbelastungen und negative soziale Geschäftspraktiken auftretenden externen Kosten mithilfe von Preisen dem Verursacher zuzurechnen (Verursacherprinzip). Die CO2-Bepreisung ist ein zentrales Instrument zur Internalisierung externer Kosten.

Klimaneutral

Verbleibender THG-Ausstoß wird durch Reduktionen an anderer Stelle kompensiert (mittels Klimaschutzprojekte).

Menschenrechte

Als Menschenrechte werden moralisch begründete, individuelle Freiheits- und Autonomierechte bezeichnet, die jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins gleichermaßen zustehen.

Nachhaltigkeitsrating

Nachhaltigkeitsratings von Unternehmen, Staaten und anderen Investitionsobjekten werden zumeist durch hierauf spezialisierte Dienstleister (Nachhaltigkeitsratingagenturen) erbracht. Das von den Agenturen erstellte Nachhaltigkeitsrating analysiert auf der Basis eigens definierter Nachhaltigkeitskriterien und Methodiken die Nachhaltigkeitsrohdaten der Emittenten, bewertet sie und sorgt damit für Transparenz in Bezug auf ihre sozialen, ökologischen und Governance-Leistungen.

Net Zero

THG-Ausstoß und Aufnahme eines Unternehmens sind gleich groß. (Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre mittels biologischer oder technischer Prozessen). „Net Zero“-Ziele sind ein AddOn zu Science Based Targets und Klimaneutralität, und in der Regel längerfristige Zielsetzungen.

»Nicht-finanzielle Informationen«

Der Begriff »nicht-finanzielle Informationen« ist nicht zuletzt durch die EU Richtlinie zu »nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen« (Non-Financial Reporting Directive – NFRD) geprägt worden und umfasst alle Dimensionen der Nachhaltigkeit. Der Sustainable-Finance-Beirat hält den Begriff für irreführend, da nachhaltigkeitsbezogene Informationen erhebliche finanzielle Auswirkungen haben können. Aus diesem Grund wird der Begriff im Bericht in Anführungszeichen gesetzt.

Outside-in-Perspektive/Inside-out-Perspektive

Unternehmen müssen in ihrer Berichterstattung bereits »wesentliche« Informationen darüber offenlegen, wie sich gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen negativ auf den Unternehmenserfolg (finanzielle Wesentlichkeit) auswirken können (»Outside-in-Perspektive«). Die doppelte Wesentlichkeit erweitert diese Berichterstattungspflicht um jene Risiken und Wirkungen, die von Unternehmen verursacht werden und sowohl
gesellschaftliche Wohlfahrt als auch biosphärische Zukunftsfähigkeit beeinträchtigen können (Nachhaltigkeitswesentlichkeit, »Inside-out-Perspektive«). Ebenfalls etabliert ist der synonym verwendete Begriff »Doppelte Materialität«.

Pariser Klimaabkommen

Mit dem 2015 von der Weltgemeinschaft verabschiedeten »Übereinkommen von Paris« wird global der Rahmen festgelegt, mit dem der Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 1,5 °C begrenzt werden soll. Die rechtsverbindliche Klimaschutzvereinbarung sieht vor, dass die 195 Unterzeichnerstaaten nationale Aktionspläne für die Reduzierung ihrer Emissionen verfolgen und hierüber fortlaufend Rechenschaft ablegen.
https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/pariser-abkommen/

Principles for Responsible Banking (PRB)

Die PRB wurden 2019 von der UNEP FI, einer Partnerschaft zwischen dem United Nations Environment Programme und dem Finanzsektor, verabschiedet. Sie basieren insbesondere auf den SDGs der UN und dem Pariser Klimaabkommen von 2015 und beabsichtigen die Verpflichtung des Finanzsektors zu einem verantwortlichen Bankwesen, welches zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung beiträgt.
https://www.unepfi.org/banking/bankingprinciples/more-about-the-principles/ 

Principles for Responsible Investment (PRI)

Die Principles for Responsible Investment sind eine Finanzinitiative der Vereinten Nationen. Das internationale Investorennetzwerk PRI verfolgt sechs Prinzipen für verantwortungsvolle Investments, bei denen es darum geht, ESG-Kriterien in die Investmentprozesse einzubeziehen und hierüber fortlaufend zu berichten.

Proxy Voting

Proxy Voting steht für eine Form der Stimmrechtsausübung, bei der Vertreter auf Hauptversammlungen die Rechte der Aktionäre wahrnehmen. Mit der Wahrnehmung von Vertretungsstimmrechten können Vermögensverwalter Einfluss auf Gestaltung und Einhaltung von Nachhaltigkeitsstrategien von Aktiengesellschaften nehmen.

Resilienz

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit plötzlich auftretenden negativen Ereignissen wie Verwerfungen, Schocks und Krisen konstruktiv umzugehen und unmittelbare Folgen abzumildern. Für eine nachhaltige Gesellschaft und Wirtschaft ist ein robustes und widerstandfähiges Finanzwesen notwendig, um sich den genannten Herausforderungen flexibel und mit hoher Lern- und Anpassungsfähigkeit stellen zu können.

Science Based Targets

Der verbleibende THG-Ausstoß des Unternehmens ist Paris-konform.

Scope 1 bis 3

Unter Scope 1 bis Scope 3 werden im GHG-Protocol die jeweiligen Systemgrenzen verstanden, innerhalb derer die Treibhausgasemissionen ermittelt werden. Hierunter fallen:

  • Scope 1:  Emissionen aus stationären und mobilen Anlagen zur Energieerzeugung (Beispiel: eigene Kraftwerke, Gas-/Ölheizungen, Dienstfahrzeuge).
  • Scope 2:  Emissionen aus gekauftem Strom bzw. gekaufter Wärme/Kälte.
  • Scope 3:  Emissionen aus den der Wertschöpfungskette vorgelagerten und nachgelagerten bezogenen Waren und Dienstleistungen (Beispiel: Geschäftsreisen, Abfall, Warenbezug (z. B. Papier)). Hinzugerechnet werden können hier auch die An- und Abfahrt der Arbeitnehmer zum Arbeitsplatz.

SDGs/UN-Agenda 2030

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) ist der globale Plan der Weltgemeinschaft, wie sie die Zukunftsfähigkeit des Planeten Erde sichern will. Weltweit menschenwürdiges Leben lässt sich nur verwirklichen, wenn die internationale Staatengemeinschaft ihr Tun zugleich an den sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen der Agenda 2020 ausrichtet und ambitioniert handelt.
https://sdg.iisd.org/sdgs/ 

Sustainable Finance

Sustainable Finance steht für ein nachhaltiges Finanzwesen, in dem Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden. Neben der Finanzwirtschaft sind hier Politik, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zentrale Akteure. Sie verfolgen unterschiedliche Ansätze und Instrumente, mit denen finanzielle Mittel für die Erreichung der internationalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele beschafft werden sollen.

VfU weite Definition II (Sustainable Finance Community):

Sustainable Finance kann (in Anlehnung an KfW (2017) kontextabhängig unterschiedlich verstanden werden als:

    • die Finanzierung nachhaltiger Investitionen (Finanzlösungs Kontext / engste Definition )
    • sowie als das Management von Umwelt- und Klimarisiken (Risikomanagement Kontext)
    • und nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen von Finanzinstitutionen (Transparenz Kontext) und darüber hinaus als die nachhaltige Ausgestaltung des Finanzsystems insgesamt (Systems Change Kontext / weiteste Definition).

VfU enge Definition III (Politik):

VfU versteht unter Sustainable Finance – in Anlehnung an Staatssektretärsausschuss – dass Nachhaltigkeitsaspekte von Finanzmarktakteuren bei Entscheidungen berücksichtigt werden.

Task Force on Climaterelated Financial Disclosures (TCFD)

Die Task Force on Climate-related Financial Disclosures wurde 2015 durch das Financial Stability Board, eine internationale Organisation zur Überwachung des globalen Finanzsystems, eingerichtet, um Empfehlungen für eine effektivere klimabezogene Berichterstattung zu
entwickeln. Auf diese Weise sollen Investoren und andere Anspruchsgruppen (Stakeholder) in die Lage versetzt werden, die Konzentration kohlenstoffbezogener Vermögenswerte und klimabedingte Risiken im Finanzbereich besser zu verstehen. Die Empfehlungen der TCFD wurden
2017 veröffentlicht.

Taxonomie -> Siehe EU Taxonomie

Transformationspfad/Sektorpfad

Zum Erreichen der im Pariser Klimaabkommen festgelegten Klimaziele sind massive CO2-Reduktionen nötig. Die dafür notwendigen Veränderungen werden mit Transformationspfaden – bzw. in branchenspezifischen Kontexten mit Sektorpfaden – spezifiziert.

Unvermeidbare Emissionen

Unter den unvermeidbaren Emissionen werden die Treibhausgas-Emissionen einer geschäftlichen Tätigkeit verstanden, die sich auch unter Einsatz aller ökonomisch und technisch vertretbaren Maßnahmen zur Minderung von Emissionen am Ende nicht vermeiden lassen. Nur diese sollten die Grundlage für eine Kompensation durch Klimaschutzprojekte bilden.

UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

Die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte wurden im Juni 2011 durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen verabschiedet. Als internationales Rahmenwerk formulieren sie Anforderungen an Politik und Wirtschaft und bilden damit erstmals einen allgemein anerkannten Referenzrahmen für menschenrechtliche Pflichten von Staaten und für die Verantwortung von Unternehmen in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten. Die Leitprinzipien basieren auf drei Säulen:

  • Staatliche Pflicht zum Schutz der Menschenrechte
  • Unternehmerische Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte
  • Zugang zu Abhilfe für von Menschenrechtsverstößen Betroffene

Verified Emission Reduction (VER)

Als Verified Emission Reduction bezeichnet man eine gemäß einem Qualitätsstandard ausgegebene Emissionsminderungsgutschrift, die einer metrischen Tonne CO2-Äquivalent entspricht.

Verified Carbon Standard (VCS)

VCS ist ein globaler Standard zur Validierung und Verifizierung von freiwilligen Emissionsminderungen. Emissionsminderungen aus Projekten, die gemäß VCS validiert und verifiziert werden, müssen real, messbar, permanent, zusätzlich, von unabhängigen Dritten geprüft, einzigartig, transparent und konservativ berechnet sein. Gemessen in CO2-Reduktionsvolumina ist der VCS der wichtigste Standard für den freiwilligen Ausgleich von CO2-Emissionen.
https://verra.org/project/vcs-program/ 

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