Informationen zu Finance & Sustainability

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TitelRichtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über Märkte für Finanzinstrumente sowie zur Änderung der Richtlinien 2002/92/EG und 2011/61/EU
Zusammenfassung

Was ist der Zweck dieser Richtlinie?
Ihr Ziel ist es, Finanzmärkte der Europäischen Union (EU) robuster und transparenter zu machen.
Sie schafft einen neuen Rechtsrahmen, der die Handelstätigkeiten auf Finanzmärkten besser regulieren und den Anlegerschutz verstärken soll.
Die neuen Regeln mit Namen „MiFID 2“ ändern die derzeit gültige Verordnung und werden zum Januar 2018 gültig.

Wichtige Eckpunkte
1. Sicherstellung, dass der Handel von Finanzprodukten auf regulierten Handelsplätzen stattfindet
Das Ziel hierbei ist es, Lücken in der Struktur von Finanzmärkten zu schließen. Eine neue regulierte Handelsplattform wird eingerichtet, um ein Maximum an nichtregulierten Handelstätigkeiten abzufangen. Dieses organisierte Handelssystem (OTF) wird neben den bereits vorhandenen Handelsplattformen, wie z. B. den regulierten Märkten, bestehen.
2. Erhöhte Transparenz
Die Regeln stärken die Transparenzanforderungen, die vor und nach dem Handel mit Finanzinstrumenten gelten, z. B. wenn Marktteilnehmer Informationen hinsichtlich der Preise von Finanzinstrumenten veröffentlichen müssen. Diese Anforderungen werden je nach Art des Finanzinstruments auf unterschiedliche Weise bemessen.
3. Begrenzung der Spekulation auf Waren
Spekulation auf Waren – eine Finanzpraktik, die zu steigenden Preisen von Grunderzeugnissen (z. B. landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen) führt – wird durch die Einführung eines harmonisierten EU-Systems eingeschränkt, das Positionslimits für Warenderivate festgelegt. Nationale Behörden können die maximale Größe einer Position in einem Warenderivat bestimmen, die ein Marktteilnehmer halten darf.
4. Anpassung der Regeln an neue Technologien
Gemäß den neuen Regeln müssen Handelstätigkeiten kontrolliert werden, die elektronisch mit sehr hoher Geschwindigkeit ausgeführt werden. Dazu zählt z. B. der „Hochfrequenzhandel“ (ein mittels Computerprogrammen betriebener Handel, bei dem Transaktionen durch die Verwendung von sich schnell aktualisierenden Finanzdaten mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden). Diese potenziellen Risiken aus dem verstärkten Einsatz von Technologie werden durch eine Kombination von Regeln eingedämmt, deren Ziel es ist, sicherzustellen, dass diese Handelstechniken nicht zu Störungen auf den Märkten führen.
5. Stärkung des Anlegerschutzes
Wertpapierfirmen müssen bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen im bestmöglichen Interesse ihrer Kunden tätig sein. Diese Firmen müssen die Vermögenswerte ihrer Kunden schützen bzw. sicherstellen, dass die Produkte, die sie auf den Markt bringen wollen, auf die Bedürfnisse der Endkunden zugeschnitten sind. Anleger erhalten ferner umfassendere Informationen zu den Produkten bzw. Dienstleistungen, die ihnen angeboten oder verkauft werden. Zudem müssen Wertpapierfirmen sicherstellen, dass sie die Leistung ihrer Mitarbeiter nicht in einer Weise vergüten oder bewerten, die mit den Interessen ihrer Kunden kollidiert. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn durch Vergütung oder Leistungsziele Anreize geschaffen werden, ein bestimmtes Finanzinstrument zu empfehlen, obwohl ein anderes Produkt den Bedürfnissen des Kunden besser entspräche.

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