Informationen zu Finance & Sustainability

Titelbild
TitelVerordnung (EU) 2016/1011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2016 über Indizes, die bei Finanzinstrumenten und Finanzkontrakten als Referenzwert oder zur Messung der Wertentwicklung eines Investmentfonds verwendet werden, und zur Änderung der Richtlinien 2008/48/EG und 2014/17/EU sowie der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Text von Bedeutung für den EWR)
Zusammenfassung

Zusammenfassung des Dokuments:
Verordnung (EU) 2016/1011 über Indizes, die als finanzieller Referenzwert verwendet werden

Was ist der Zweck dieser Verordnung?
Mit dieser Verordnung werden gemeinsame Standards der Europäischen Union (EU) festgelegt, durch die eine Manipulation von Referenzwerten*, die den Wert von Finanzinstrumenten oder Finanzkontrakten wie Darlehen oder Hypotheken beeinflussen könnte, verhindert wird.

Wichtige Eckpunkte:
Für die Überwachung finanzieller Referenzwerte zuständige Administratoren* müssen über solide Regelungen für die Unternehmensführung und eine klare Organisationsstruktur verfügen;
mögliche Interessenkonflikte erkennen, vermeiden oder regeln;
dafür sorgen, dass Mitarbeiter über die erforderlichen Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen und einem wirksamen Management und einer wirksamen Beaufsichtigung unterliegen;
eine ständige und wirksame Aufsichtsfunktion über alle Aspekte der unter ihre Verantwortung fallenden Referenzwerte unterhalten;
Kontrollen durchführen, um sicherzustellen, dass Referenzwerte im Einklang mit den Rechtsvorschriften stehen;
über ein System zur Aufzeichnung der entgegengenommenen und untersuchten Eingabedaten, Telefongespräche oder elektronischen Mitteilungen und Beschwerden verfügen;
jegliche Auslagerung strengen Bedingungen unterwerfen;
klare Leitlinien über verschiedene Arten von Eingabedaten und die für die Berechnung der Referenzwerte verwendete Methodik veröffentlichen;
einen Verhaltenskodex ausarbeiten, in dem die Verantwortlichkeiten der Eingabedaten bereitstellenden Kontributoren geregelt sind.

In der Verordnung werden drei getrennte Regelungen dargelegt, in denen das Niveau der Regulierung und Beaufsichtigung je nach Bedeutung des Referenzwerts stufenweise erhöht wird:
nicht signifikante Referenzwerte gehören zu keiner der zwei nachstehenden Kategorien und unterliegen weniger strengen Vorschriften;
signifikante Referenzwerte werden als Bezugsgrundlage für Finanzinstrumente, Finanzkontrakte oder Investmentfonds verwendet, die einen Gesamtdurchschnittswert von mindestens 50 Mrd. EUR haben oder bestimmte andere Kriterien erfüllen;
kritische Referenzwerte werden als Bezugsgrundlage für Finanzinstrumente, Finanzkontrakte oder Investmentfonds verwendet, die einen Gesamtwert von mindestens 500 Mrd. EUR haben oder bestimmte andere Kriterien erfüllen.
Für Rohstoff-Referenzwerte*, Referenzzinssätze und Referenzwerte aus regulierten Daten* bestehen besondere Vereinbarungen. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) erstellt und führt ein öffentliches Register aller zugelassenen oder registrierten Administratoren. Der Zugang zum EU-Markt für finanzielle Referenzwerte und Administratoren von außerhalb der EU wird durch verschiedene Systeme geregelt. Die zuständigen Behörden der EU-Länder sind befugt, angemessene verwaltungsrechtliche Sanktionen und andere Maßnahmen für Verstöße anzuwenden.
Die Europäische Kommission legt dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union bis zum 1. Januar 2020 einen Bericht über die Funktionsweise der Regelung vor.

Teilen

Dieser Eintrag hat keine Bewertung