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TitelThe Economics of Biodiversity: The Dasgupta Review
Zusammenfassung

Die britischen Regierung hat einen Bericht zum Thema Biodiversität veröffentlicht. Der Bericht kommt zu dem Ergebniss, dass globale Standards erforderlich sind und dass Investoren ihre Auswirkungen auf die Natur in ihre treuhänderischen Pflichten einbeziehen sollten. Der 606 Seiten starke Dasgupta-Bericht über die Ökonomie der Biodiversität soll einen ersten umfassenden ökonomischen Rahmen für die Biodiversität schaffen. Sein Namensgeber und Hauptautor, Professor Partha Dasgupta, ist ein bekannter Pionier der Umweltökonomie. Der am 2.2.2021 veröffentlichte Abschlussbericht empfiehlt, dass Regierungen das Naturkapital in die nationalen Rechnungslegungssysteme integrieren und dass Unternehmen und Finanzinstitute ihre Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die Natur messen und offenlegen.

Der Bericht untersucht auch die Möglichkeit, eine an die Biodiversität gekoppelte "Grenzsteuer" einzuführen, die eine Import-/Exportabgabe für Länder mit geringem Naturkapital erhebt - eine Idee, die auch für den Umgang mit Kohlenstoffemissionen erwogen wird. Für den privaten Sektor werden "eine Reihe von globalen Standards benötigt", heißt es. Sie sollten durch Daten untermauert werden, die sowohl glaubwürdig als auch nützlich für die Entscheidungsfindung sind. Unternehmen und Finanzinstitutionen könnten dann verpflichtet werden, naturbezogene Überlegungen in ihre Ziele zu integrieren. Die Idee ist letztlich, dass sie ihre Nutzung des Naturkapitals bewerten und offenlegen.

Großbritannien war eine treibende Kraft hinter der neuen Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD), die im vergangenen Jahr gegründet wurde, um globale Berichtsstandards für Naturkapital zu entwickeln. Der Bericht sagt, dass dieses Projekt einen solchen globalen Standard unterstützen könnte. Das Vereinigte Königreich befindet sich in der Anfangsphase der Erstellung einer nationalen grünen Taxonomie, die sich zunächst auf den Klimawandel konzentrieren soll. Die Taxonomie der EU, die im Dasgupta-Review genannt wird, wird in diesem Jahr auf die biologische Vielfalt ausgeweitet.

Der Bericht identifiziert die geringe Größe der meisten Schutz- und Wiederherstellungsprojekte als Hindernis für private Investitionen, ebenso wie den Mangel an standardisierten Daten und die begrenzte Erfolgsbilanz solcher Investitionen. Private Finanzierungen sind allerdings großen Risiken ausgesetzt, wenn der Verlust der Biodiversität nicht eingedämmt wird.

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  1. Blick auf die UK Biodiversitätsstrategie

    Umfangreicher Bericht im Auftrag der britischen Regierung zum Thema Biodiversität mit einem besonderen Fokus auf die Finanzindustrie. Im Bericht sind Hinweise, Ideen und Ergebnisse des UK Ansatzes enthalten, die auch für den restlichen europäischen Raum interessant und hilfreich sein könnten.